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Das Ziel rückt näher

Versuch im Biotechnologie-Labor

Nach dem dritten Semester war die Grundlagenausbildung mit Chemie und Mathe endlich erfolgreich beendet und es wartete eine Auswahl verschiedener Wahlpflichtmodule auf mich. Ob Forensik, Chemo- und Biosensorik oder Abwasserbehandlung – die spezialisierten Anwendungen der Mikro- oder auch Molekularbiologie sorgten für interessante Einblicke in mögliche Anwendungsfelder der erlernten Theorie. Besonders die Aspekte der Biosensorik erregten mein Interesse. Sie finden zum Beispiel Anwendung bei der Bestimmung von Glucosekonzentrationen im Blut durch den Einsatz spezifischer Enzyme.

Praktische Erfahrungen über das Studium hinaus

Neben dem Studienalltag hatte ich im vierten und fünften Fachsemester die Chance als studentische Hilfskraft im Labor zu arbeiten. Dabei recherchierte ich zum Beispiel in Trinkwasser vorkommende Substanzen, welche das Gleichgewicht unseres Hormonsystems stören. Einige Chemikalien und Medikamente gelangen aufgrund unsachgemäßer Abfallentsorgung, Anwendung in der Landwirtschaft und Tierzucht oder unzureichendem Abbau in Abwasserkläranlagen in unser Trinkwasser. Mit bioinformatischen Methoden können gemeinsame Strukturmerkmale der gefundenen Stoffe analysiert werden. Dadurch kommen wir dem großen Ziel des Projekts, gesundheitsschädigende Stoffe effektiv aus Trinkwasser herauszufiltern, einen Schritt näher.
Außerdem schnupperte ich als Hilfskraft im Biotechnologie-Labor ein wenig in den Bereich der Synthetischen Biologie hinein. Diese umfasst grundlegend die Erschaffung künstlicher biologischer Systeme, welche so nicht in der Natur vorkommen. Ich beschäftigte mich konkret mit der Optimierung einer bereits offiziell anerkannten Methode zum gezielten Zusammenfügen von vier DNA-Teilstücken zu einem zirkulären DNA-Molekül. Diese Methode soll in Zukunft als Praktikumsversuch für Masterstudenten des Studiengangs Molekularbiologie/ Bioinformatik an der Hochschule in Mittweida durchgeführt werden.

Biotechnologie in der Medizin

Laborbuch

Laborbuch

In den Semesterferien entschied ich mich für ein Praktikum um nähere Einblicke in ein Berufsfeld als Biotechnologin im medizinischen Bereich zu erlangen. Sechs Wochen sammelte ich bei der oncgnostics GmbH in Jena Erfahrungen in der Krebsdiagnostik auf molekularer Ebene. Es war bis jetzt die beste und spannendste Möglichkeit für mich mein Studienfach in der Praxis anzuwenden. Es motiviert, genau wie die Arbeit als studentische Hilfskraft, für die kommenden Studiensemester und trägt zur eignen Orientierung bei.
In dieser Zeit hat sich mein Interesse an der Anwendung der Biotechnologie und Molekularbiologie im Bereich der Medizin zusätzlich verstärkt. Deswegen entschied ich mich bei der Themenwahl für meinen ersten fachspezifischen Beleg im fünften Semester für die Problematik der Tumordiagnostik im Kopf-Hals-Bereich auf der Grundlage molekularer DNA-Modifikationen. Schnell musste ich feststellen, dass sich so eine Literaturrecherche leider nicht von selbst erledigt und die Einarbeitung in ein wissenschaftliches Thema ein wenig, besser noch ein wenig mehr Eigendisziplin erfordert. Ich hatte aber den großen Vorteil die Ergebnisse aus meinem Praktikum sowie deren Auswertung und Diskussion in die Arbeit einfließen lassen zu können.
Von meinem Praktikumsunternehmen habe ich nun das Angebot die Thematik in meiner Bachelorarbeit zu vertiefen. Somit werde ich mich auch im kommenden Semester mit der Diagnose von Tumoren im Bereich des Kopfes und Halses beschäftigen und mein Studium damit zum Abschluss bringen.

 Forensik auf Schottisch8.30 Uhr geht mein Flug von Dresden, über Düsseldorf und London nach Glasgow. Nach ersten Verständigungsproblemen geht es auf der linken Spur weiter mit dem Taxi nach Hamilton. Eine kurze Nacht später treffe ich auf meine „flatmates“ in der „hall of residence“. Zu meiner Überraschung bin ich in keiner reinen „exchange student“ – WG gelandet und ab jetzt gezwungen Englisch zu reden und zu denken.

 

Erste Experimente

 Forensik auf Schottisch

Forensische Analysen von Amphetaminen, Opiaten und LSD

Im Bewerbungsverfahren für mein ERASMUS Auslandssemester habe ich mich für zwei Trimester „Applied Bioscience with Forensic Investigation“ entschieden. In meiner ersten offiziellen Stunde „Forensic Analytical Techniques“ geht es gleich ins Labor. Meine sehr englische Laborpartnerin und ich sollen Drogen mit verschiedenen bekannten Indikatoren nachweisen. In jedem Reagenz erwartet uns eine andere Reaktion. Der Versuch war einfach und zu gleich faszinierend.

Forensik auf Schottisch

Biotechnologisches Labor an der UWS – Hamilton Campus

Bei einem Betreuungsschlüssel von 16 Studenten auf einen Professor entstehen aber auch leicht Fehler, die unbemerkt bleiben. Da lernt man die Versuche mit Dozentennähe an der Hochschule Mittweida zu schätzen. Meine „class“ an der University of the West of Scotland ist sehr nett und wie in Mittweida sind mehr weibliche Forensiker am Werk als männliche.

Die „staffs“ schaffen es in zwei Stunden mit Pausen fünf verschiedene Themen mit je 30 Folien Präsentation vorzustellen. Diesen „lectures“ zu folgen, fällt nicht Englisch sprechenden sehr schwer. Zum Glück gibt es auch „staffs“, die langsam und deutlich sprechen.

ERASMUS-Studentenleben

 Forensik auf Schottisch

Ausflug nach Glencoe – Three Sisters

Jeden Freitag habe ich frei und Zeit für typische „ERASMUS-student“-like Dinge: Party in Glasgow oder in der „union“ in Hamilton, einem Studentenclub, der einfach schon wegen der Anzahl an Pool-Tischen mega ist. Danach geht es ins „pub“ um die Ecke zur Karaoke.

Neben Studieren, „Feiern“ und Englisch Lernen, stehen natürlich auch Ausflüge durch Schottland auf dem Plan. Ein Tagestrip nach Glasgow oder St. Andrews organisiert vom „international office“ und der Wochenendtrip zur „Isle of Skye“ sind unvergessliche Erlebnisse. Die Highlands und die alten Kirchen sind einfach nur ein Traum für Naturliebhaber. Nach der ersten Woche hier kann ich bereits eins sagen: Es ist ein Abenteuer fürs Leben!

 

 Forensik auf Schottisch

Schloss Eilean Donan Castle, bekannt aus dem James Bond Film „The World is Not Enough“

raika_heidemann_finnland_01Endlich mal raus aus Deutschland und etwas Neues sehen und erleben. Das war der Hauptgedanke von Raika Heidemann, als sie sich für ein Auslandssemester in Jyväskylä, Finnland entschied. „Es gibt keine bessere Erfahrung, als für eine längere Zeit in einem anderen Land zu leben. Man lernt selten so viel über andere Länder und Kulturen, wie bei einem Studentenaustausch. Denn dort bist du nicht der oder die einzige, sondern oft sind dort noch hundert weitere Studenten aus der ganzen Welt. Solange du nicht mit Scheuklappen umher läufst und dich im Studentenwohnheim einschließt, wirst du auch alle kennen lernen“, berichtet die Medienstudentin über ihre Erfahrungen im Ausland.

„Das spannendste meines Auslandssemesters war die finnische Mentalität kennenzulernen. Finnen haben grundlegend einen anderen Charakter als Mitteleuropäer. Sie reden nicht viel, sind aber äußerst zuvorkommend und freundlich. Wo sonst sagt man dem Busfahrer beim Aussteigen schon ‚Danke‘? Außerdem habe ich mit meinen Kommilitonen die Zeit genutzt, um andere Länder und Städte zu bereisen – was man in einem Austauschsemester alles erlebt, ist schon beeindruckend. Da helfen natürlich die Studentenvereinigungen (national oder regional) mit günstigen Reisen nach. Geht man in ein anderes Land, nimmt man alles anders wahr und wird auferksamer. Alles wird wieder interessant“, erzählt Raika.

Das ERASMUS-Programm

raika_heidemann_finnland_02Neben der Förderung von Auslandspraktika ist das ERASMUS-Programm vor allem dafür bekannt, Studenten bei ihrem Auslandsstudium innerhalb Europas zu unterstützen. Das passiert einerseits dadurch, dass das Aufnahmeverfahren sehr einfach ist und sich alle Hochschulen und Universitäten mit der Universitätscharta verpflichten die darin festgelegten Mindestanforderungen und Grundsätze einzuhalten. Dazu gehört zum Beispiel die volle Anerkennung aller Prüfungsleistungen, die ein Student während seines Auslandssemesters ablegt.

Anderseits bekommen die Studenten ein Stipendium, das sie finanziell unterstützt. Es gilt als ein Zuschuss, der die entstehenden Mehrkosten, wie Umzug- und Reisekosten sowie erhöhte Lebenshaltungskosten, ausgleichen soll. Wie hoch dieser ist, ist von Jahr zu Jahr und zwischen den Hochschulen unterschiedlich.

Das Budget des ERASMUS-Programms wird unterschiedlich auf die Hochschulen verteilt. Es ist abhängig davon, wie viele Studenten im Vorjahr an dem Austauschprogramm teilnahmen. Je mehr Studenten einer Hochschule dieses Jahr über ERASMUS ins Ausland gehen, umso größer ist die finanzielle Förderung, die die Hochschule im nächsten Jahr erhält.

„Als ich im Wintersemester 2011 nach Finnland ging, betrug meine Förderung rund 180 Euro im Monat. Wie viel man als Student insgesamt erhält, ist abhängig von der Dauer des Auslandsaufenthalts. Die Dauer muss außerdem von der Gasthochschule offiziell bestätigt werden. In der Regel wird dabei für die Berechnung auf volle Monate auf- bzw. abgerundet. Auch hierbei werden 80% der gesamten Förderungshöhe zu Beginn des Aufenthalts ausgezahlt und die restlichen 20% nach dem erfolgreichen Abschluss“, beschreibt Raika ihr finanzielle Unterstützung.

Wie komme ich an die Förderung?

raika_heidemann_finnland_03Um diese Förderung zu erhalten, müssen aber bestimmte Kriterien vor dem Auslandsaufenthalt erfüllt werden:

  • Der Student muss die ersten beiden Semester an der Heimathochschule erfolgreich abgeschlossen haben.
  • Der Aufenthalt darf nicht kürzer als 3 Monate und nicht länger als 12 Monate sein, muss aber mindestens die Länge eines Trimester bzw. Semesters der Gasthochschule betragen.
  • Die Gasthochschule bestätigt die Annahme des Studenten für die gesamte Dauer seines Auslandsaufenthalts.
  • Ein Learning Agreement, über die Anerkennung der belegten Kurse und Prüfungsleistungen, muss zwischen der Heimat- und Gasthochschule geschlossen werden.

Nach dem erfolgreichen Abschluss eures Auslandssemesters verpflichtet ihr euch einen kurzen Bericht, über eure Erfahrungen und Erlebnisse zu schreiben. Die Gasthochschule ist dazu verpflichtet euch ein Transcrips of Records, euer Zeugnis, auszustellen.

Übrigens beträgt die maximale ERASMUS-Förderungshöhe 300 Euro im Monat und nimmt damit keinen Einfluss auf das BAföG. Außerdem lohnt es sich für jeden einen Antrag auf Auslands-BAföG zu stellen, denn hierfür sind die Hürden geringer als bei dem Inlands-BAföG und die finanzielle Förderung dementsprechend höher. Niemals wird ein Auslandsaufenthalt einfacher sein als während des Studiums. Besucht also unsere Studentenberaterin Marion Dienerowitz im International Office und lasst euch dort über eure Möglichkeiten für ein Auslandsstudium informieren.

Masterstudenten BWL

Masterstudenten BWL

Noch einmal vier Semester knallhartes Lernen und Stress? Würde ich den Masterabschluss überhaupt brauchen? Wo würde ich diesen, sollte ich mich dafür entscheiden, absolvieren? Beim Durchschauen der Stellenangebote wurde mir dann schnell klar, dass mir der Master viel mehr Möglichkeiten für einen Berufseinstieg bietet.

Ich habe mich damals bewusst für ein Masterstudium an der Hochschule Mittweida entschieden. Der Aufbau des Masterstudiengangs Betriebswirtschaft entspricht genau meinen Vorstellungen an einen Masterstudiengang, er ist an den Lebenszyklus eines Unternehmens angelehnt und durch dieses praxisnahe Konzept wird man realistisch auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Weitere klare Vorteile dieser Hochschule sind für mich der überschaubare Campus, die Nähe zu den Professoren, kleine Seminargruppen und damit eine individuelle Betreuung. Alle relevanten und vorlesungsbegleitenden Materialien werden von meinen Dozenten ins Netz gestellt und ermöglichen so ein erfolgreiches Studium. Auch die technische Ausstattung der Vorlesungsräume und die modernen Räumlichkeiten allgemein, sind ein nicht zu unterschätzender Wohlfühlfaktor. Natürlich muss vor einer Aufnahme des Masterstudiums an der Hochschule Mittweida die Hürde der Zulassungsvoraussetzungen genommen werden. Doch die Tests sind eine Garantie für motivierte Kommilitonen, was sich wiederum auf die eigene Einstellung zum Studium positiv auswirkt.

Nun, zwei Jahre später, stehe ich kurz vor dem Masterabschluss an der Hochschule Mittweida. Es war die richtige Entscheidung hier Master zu studieren, in diesem Punkt sind sich auch meine Kommilitonen einig:

Andrej: „Meinen Entschluss, den Masterstudiengang BWL an der Hochschule Mittweida zu belegen, bereue ich nicht. Was mich erfreut, ist die Beachtung von Evaluierungen durch die Hochschule. Normalerweise interessiert das doch niemanden. Auch die Freundlichkeit der Hochschulmitarbeiter ist, meiner Meinung nach, erwähnenswert. Auf Fragen werden Lösungen gefunden und mit der Unterstützung hilfsbereiter Mitarbeiter werden auch bürokratische Hürden genommen.“

Steffi: „Die Atmosphäre auf dem Campus ist freundlich und offen, Kontakte zu anderen Studenten werden schnell gefunden. Wir feiern zusammen, wir lernen zusammen. Ein kleiner Campus mit großem Zusammenhalt. Mir gefällt auch, dass in meinem Studiengang  viel Wert auf wissenschaftliches Arbeiten gelegt wird. Im Hinblick auf eine spätere Promotion ist mir das sehr  wichtig. Der Master ist ja schließlich ein hochwertiger Abschluss, mit dem man unter Beweis stellt, dass man selbständig wissenschaftlich arbeiten kann.“

Tim: „Die Organisation des Masterstudiengangs BWL war für mich der ausschlaggebende Faktor für die Entscheidung, an der Hochschule Mittweida zu studieren. Eine gute Organisation ist die Grundlage für persönliche Lernerfolge und die kann ich vorweisen. Außerdem waren die Kurse, die hier im Master angeboten werden, für mich wichtig. Es ist ein sehr gutes Konzept, was dahinter steht, davon kann man als Student nur profitieren. “

Weitere Infos zum Masterstudiengang Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Mittweida findet ihr auf der Webseite der Fakultät Wirtschaftswissenschaften.

Es gibt viele Klischees über die Briten. Sie trinken ständig Tee. Sie essen ausschließlich Fish & Chips. Sie mögen die Deutschen nicht. Wenn man dann jedoch in UK lebt, zeigt sich ein ganz anderes Bild. In vielen Gesprächen mit Einheimischen durfte ich mir lobende und anerkennende Worte über Deutschland, die deutsche Kultur und die Menschen anhören.  Manchmal ging es um die freundliche Art der Deutschen, manchmal um deutsche Politik oder um die guten Biermarken der BRD.

Im Gegenzug sind die Briten jedoch auch mächtig stolz auf ihr „Kingdom“. Meine englische Chefin zum Beispiel freute sich sehr über die Siege des schottischen Tennisspieler Andy Murray bei den Olympischen Spielen und beim Grand Slam in New York. Auch war sie begeistert  vom Erfolg des europäischen Golfteams beim Ryders Cup und verfolgte das Finale sogar mitten in der Nacht. Sie meinte es sei toll, dass die Briten (und die Europäer) endlich wieder etwas im Sport erreichen. Genauso sah man rund um den Remeberance Day (11. November) viele Menschen auf den Straßen, die ihre Verbundenheit zu „ihren“ Streitkräften mit roten Papierblumen am Revers, den sogenannten Poppy’s, ausdrücken. Am Tag selbst gab es eine große Militärparade auf der White Hall (Strasse), um den Opfern der Weltkriege zu gedenken und die aktuellen Truppen zu unterstützen.

Ein paar Klischees sind natürlich auch wahr. Zum Beispiel, dass die Inselbewohner sehr höflich miteinander umgehen. Auf den Straßen der britischen Hauptstadt zum Beispiel, wird wohl kein Satz öfter gesprochen als „Excuse me!“, dicht gefolgt von einem einfachen „Sorry!“. Eine Bekannte fasst es mal mit den Worten zusammen: „Das ist ganz anders als Berlin. Hier kannst du jemanden anrempeln und er entschuldigt sich noch bei dir.“ Das entspannt den Alltag natürlich erheblich und es hilft selbst gute Laune an den Tag zu legen. Auch stellen sich die Briten brav in Schlangen an, um Tickets, Fish&Chips und Chicken Wings zu bestellen.

Streichelzoo und Banken-Tower

ChanaryWharf

Chanary Wharf

London an sich ist natürlich eine großartige Erfahrung. Ständig gibt es neue Orte zu entdecken. Zum Beispiel „Little Venice“ – ein kleine Gegend in Maida Hill, die mit Kanälen, Booten und Schiffsrestaurants stark an die norditalienische Metropole erinnert. Interessant ist ebenfalls das Gebiet um Canary Wharf, denn dort stehen die Elfenbeintürme der größten englischen Banken. City, Barclay’s, HSBC und wie sie alle heißen sind dort stationiert. Ich hatte das Gefühl, dass ich um den halben Erdball gebeamt  wurde und mich in den Häuserschluchten von New York befinde. (Das ist soweit von hier entfernt, das Google Maps nicht mal eine Route berechnen kann.) Am Wochenende kann man sich jedoch alles in Ruhe ansehen, denn dann ist die Gegend schlicht ausgestorben. Lustig: In Sichtweite der Banken-Tower befindet sich ein kleiner Park in dem ein Streichelzoo junge Familie zu entspannten Sonntagsausflug einlädt.

 

RoyalExchange

Royal Exchange

London schafft außerdem eine tolle Verbindung zwischen dem Altertum und der Moderne. Zum einen hat man die wunderschönen Gebäude des Mittelalters mit ihren Kathedralen und beeindruckenden Regierungsgebäuden, zum anderen ambitionierte Neubauten wie die umweltfreundliche 30st Mary Axe und den zweithöchsten Wolkenkratzer Europas „The Shard“. Hier kann man die Geschichte der Menschheit quasi spüren und sehen wie eine Stadt organische wächst und sich im Laufe der Jahrhunderte verändert. Um es mit den Worten meiner Chefin zu sagen: „It’s just amazing.“

Durch all diese Faktoren war und ist London eine tolle Erfahrung. Mein Verständnis für andere Menschen und Kulturen hat sich definitiv verbessert, genauso wie meine Englischkenntnisse.  Ich bin froh, dass ich den Schritt gewagt habe und kann ein Auslandspraktikum nur wärmstens empfehlen.

Spruch des Tages: “By seeing London, I have seen as much of life as the world can show.”-  Samuel Johnson

Seit dem zweiten Semester begleiteten mich regelmäßig die Praktika mit der Biotechnologie. Nach anfänglichen Berührungsängsten, war das Praktikum das Highlight und alle zwei Wochen eine willkommene Abwechslung. Ich kann mich noch gut an eines meiner ersten Praktika erinnern, als wir mit Hilfe von Hefen Alkohol hergestellt haben. Die kleinen Hefen wurden in Calciumalginat eingeschlossen (immobilisiert) und sahen mit etwas Fantasie aus wie kleine Planeten, die in einem Zuckerwasser-Universum ihre Bahnen kreisten. Jede Hefe, die aus der Hülle heraus knospte, war wie ein Astronaut der sich auf den Weg ins weite Universum machte.

Durch etwas Vorbereitung, konnten während des Praktikums Fragen gewinnbringend diskutiert werden und stärkten somit den Teamgeist, nicht nur zwischen Kommilitonen, sondern auch zwischen den Lehrkräften und unserer Praktikumsgruppe. Gut fand ich auch, dass die Praktikumsgruppen immer selber bestimmt werden konnten, getreu dem Motto “Never change a running system”. Im Praktikum misslungene Versuche durften wir in unserer Freizeit freiwillig wiederholen und auch mit eigenen interessanten Experimenten waren wir immer willkommen. Unsere Praktikumsgruppe hat zum Beispiel die Wasseranalyse eines kleinen Sees in unserer Nähe (Torfgrube) durchgeführt und für unsere Bergfestspiele den pH-Wert von Säften oder anderen Getränken neutralisiert, sodass lustige Geschmacksrichtungen entstanden sind und die ursprünglichen Getränke nur sehr schwer zu erraten waren.

Doch es waren nicht nur die Praktika in denen wir viel gelernt haben, es ist auch das Engagement von unseren Lehrkräften Frau Feik und Herrn Kretschmer, welches ich in naher Zukunft vermissen werde. So ist es gelungen, die eigenen Stärken zu finden und an entdeckten Schwächen zu arbeiten. Zudem teilen Sie auch gerne Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen um optimale Fortschritte erreichen zu können. Ich gehe also mit einem lachenden Auge aus der tollen Praktikumszeit, da maximale Produktivität und Wissen mich sehr gut auf die Zukunft vorbereitet haben, aber auch mit einem weinenden Auge, weil ich das Gefühl habe ein Teil meiner Familie verlassen zu müssen.

Denny Jonies, Absolvent Umwelttechnik

Denny Jonies, Absolvent Umwelttechnik

„Durch meine Eltern wurde ich mit dem Bewusstsein geprägt, dass die Umwelt ein wichtiger Baustein unseres Lebens ist. Bereits im Laufe meiner Abiturzeit habe ich mich in der Umwelt AG des Gymnasiums engagiert. Ursprünglich wollte ich nach dem Abitur die Verpflichtung der Bundeswehr wahrnehmen, wurde jedoch ausgemustert, sodass ich kurzfristig eine alternative Berufsausbildung wählte. Auf Grund meiner langjährigen Tätigkeit als Barkeeper entschied ich mich für eine Ausbildung als Restaurantfachmann, da hier entsprechende Kontakte vorhanden waren und ich mir damit (hoffentlich) später das Studium gut finanzieren konnte.“

15 bis 20 Studenten statt über 100

„Während meiner Lehrzeit habe ich intensiv nach Möglichkeiten eines Studiums mit Umweltfachrichtung gesucht und mich dann 1997 für Umweltchemie in Leipzig entschieden. Das war ein Fehler. Die Studienbedingungen waren dort damals nicht gut. Es gab zum Beispiel keine Bibliotheksbücher zum Ausleihen, alles musste gekauft werden. Dies erkannte ich sehr schnell und wechselte noch in der ersten Studienwoche nach Mittweida, da ich in der Zeitung gelesen hatte, dass trotz früheren Semesterbeginns eine Immatrikulation immer noch möglich war. Einen Tag später war ich in Mittweida in den Studiengang Umwelttechnik eingeschrieben. Bereits in den ersten Tagen merkte ich, dass es im Vergleich zur Uni Leipzig die richtige Entscheidung war. Es spielte keine Rolle, dass ich später dazu gestoßen war. Ich habe trotzdem alle erforderlichen Bücher als Semesterausleihe bekommen. In den Seminaren saßen 15 bis 20 Leute statt über 100 wie in Leipzig, wo teilweise Räume und Sitzplätze bei Weitem nicht ausreichten. Ich war sofort bei Professoren und Dozenten persönlich mit Namen bekannt und nicht nur Einer von Vielen.“

„Durch eine Empfehlung meiner Professorin, Frau Prof. Dr. Radehaus, bin ich während des Studiums zum Forschungszentrum Mittweida e.V. gelangt. Hier absolvierte ich ein Kurzpraktikum, mein Praktikumssemester und meine Diplomarbeit, was bereits dazu führte, dass ich vor dem eigentlichen Abschluss eine Weiterbeschäftigung sicher hatte. Die Arbeit war sehr abwechslungsreich, da man sich sowohl mit Literaturrecherchen und theoretischem Tüfteln als auch mit experimenteller Laborarbeit frei entfalten konnte und durch die Vorgesetzten sehr gut gefördert wurde.“

Doch es kam anders als geplant

„Nach circa einjähriger projektbezogener Anstellung sollte es in Richtung Promotion gehen. Der Projektantrag war umfassend und nachvollziehbar, wurde von der Frauenhofer Forschungsgesellschaft mit sehr gut bewertet und hätte ab Mitte 2003 weitere drei Jahre lang meine berufliche Entwicklung sein können. Leider kam es mal wieder anders: Kurzfristig wurden die Fördermittel gestrichen. Das war eine schwierige Zeit, da einerseits die Arbeit sehr viel Spaß machte, jedoch die Möglichkeiten einer Übernahme des Projektes zu anderen Trägern oder gar zur Hochschule selbst durch Einstellungsstopps an den öffentlichen Einrichtungen nicht möglich war. Nach dem Motto ‚Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.‘ trat ich die Stelle als Projektingenieur für Landwirtschaft und biologische Verfahrenstechnik in einem eher kleineren Ingenieurbüro mit damals vier Ingenieuren in Chemnitz an. Der grundlegende Arbeitsinhalt in Form der Landwirtschaft und dortiger Großbetriebe war mir nicht fremd, obwohl dies nie Thema im Studium war. Ich konnte davon profitieren, dass ich in einer landwirtschaftlichen Familie aufgewachsen bin. Dem entgegen war mir der damals immer stärker wachsende Markt für Biogas sehr gut aus dem Studium und meiner praktischen Tätigkeit bekannt. Dennoch waren die ersten Monate für mich sehr schwer, da es ganztägig um die Anwendung eher trockener Gesetztexte der Umweltgesetzgebung ging. Diese waren zwar Bestandteil des Studiums, ändern sich aber fast quartalsmäßig und sind damals von uns als Studenten eher stiefmütterlich behandelt wurden.“

Unterstützung auf dem Weg zu einer möglichen Promotion

„Dem Geschäftsführer und Inhaber Dr.-Ing. Thomas Krauß dieses kleinen Ingenieurbüros verdanke ich meine weitere berufliche Entwicklung. Er hatte immer ein offenes Ohr für Probleme, Schwierigkeiten wurden gemeinsam ruhig gelöst und meine eigenen Vorstellungen sehr ernst genommen und gefördert. Aus diesem Grund wurde von ihm auch mein Wunsch unterstützt, durch ein berufsbegleitendes Masterstudium die Voraussetzungen einer späteren Promotion zu schaffen, die durch den Abbruch der Tätigkeit in der Forschung und Arbeit in der freien Wirtschaft nicht mehr so einfach war. Neben der finanziellen Unterstützung wurden mir auch zeitliche Freiräume geschaffen, so dass ein berufsbegleitendes Masterstudium über viereinhalb Jahre zum gewünschten Erfolg führte. Die geplante Promotion habe ich jedoch noch nicht begonnen, da mir hierfür momentan durch Familie und Arbeit die Zeit fehlt.“

„Während der letzten Jahre war es mir immer wieder möglich, in den verschiedenen Fachbereichen der Umwelt- und Verfahrenstechnik Weiterbildungen zu besuchen und mich in mehreren Wissensgebieten entsprechend zu qualifizieren. Dies macht die Arbeit absolut abwechslungsreich, ich habe meine Freiheiten und kann eigenständig mit Kunden und Behörden arbeiten. Dies setzt natürlich ein entsprechendes Engagement voraus und ist nicht selbstverständlich.“

Vom Projektleiter zum Geschäftsführer

„Nach knapp drei Jahren der Firmenzugehörigkeit hat mein Chef mir eine Beteiligung an einem neu zu gründenden Ingenieurbüro und die Übernahme der dortigen Geschäftsführertätigkeit angeboten, was ich sehr gern angenommen habe. Dies bedeutet neben meiner weiterhin erforderlichen Tätigkeit als Projektleiter zwar eine Zusatzbelastung, jedoch lerne ich hieraus auch viele Aspekte, die man sonst als Ingenieur eher vernachlässigt. Mein Arbeitstag verläuft fasst immer anders, als ursprünglich geplant. Im Rahmen des Projektmanagements werden verschiedene Meilensteine abgesteckt und Projekte vorangetrieben. Da ich jedoch für eine Vielzahl von Kunden der erste Ansprechpartner bin und auch meine Kollegen auf meine Unterstützung im Lösen fachlicher Probleme zählen, gibt es einfach Tage, an denen die eigene fachliche Projektbearbeitung auf der Strecke bleibt.“

„Unser Ingenieurbüro, Beratende Ingenieure Bau-Anlagen-Umwelttechnik SHN GmbH, das in den letzten Jahren langsam weiter gewachsen ist und mittlerweile 13 Ingenieure und in Summe 19 Mitarbeiter beschäftigt, ist im gesamten Bundesgebiet und auch darüber hinaus tätig. Neben einer Reihe von Umwelt-/Ingenieuren der Bereiche chemische und metallurgische Verfahrenstechnik, Landwirtschaft, biologische Verfahrenstechnik, Landschaftsplanung, Naturschutz und Umweltverträglichkeit sowie Akustik und Schallschutz sind Ingenieure für Fabrikplanung, Energietechnik und Bauingenieurwesen/Brandschutz beschäftigt. Damit ist es uns gegenüber Mitwettbewerbern möglich, in den verschiedensten Branchen Aufträge zu bearbeiten und die konjunkturellen Schwankungen verschiedener Industriebereiche abzufedern.“

„Baum pflanzen, Haus bauen, Sohn zeugen… ein großes Ziel bleibt“

„Neben der guten Verdienstmöglichkeit ist das Beste an meinem Job, dass ich heimatnah in der Region arbeiten kann und somit die familiäre Nähe erhalten geblieben ist sowie die Möglichkeiten der eigenen, freien Entfaltung ohne starre Konzernstrukturen oder festgefahrene Hierarchien. Die Veränderungen im Privatleben sind die vermeintlich ganz normalen Dinge, die sich mit dem älter werden ergeben. Nach der ersten Festanstellung folgte die erste gemeinsame Wohnung mit meiner langjährigen Partnerin. Die Hochzeit ließ dann nicht lange auf sich warten. Es folgten das erste Kind, ein erster Umzug, ein durch die Arbeit meiner Frau bedingter zweiter Umzug mit Haus- und Grundstückskauf sowie das zweite Kind.“

Mit seinem Werdegang ist Denny Jonies zufrieden: „Ich erinnere mich nicht mehr konkret daran, was ich mir vor dem Studium vorgestellt habe. Sicherlich sind immer mal wieder verschiedene Träume im Kopf gewesen. Grundlegend schwirrte aber immer die eigene Verwirklichung in Form von Buch schreiben, Baum pflanzen, Haus bauen und Sohn zeugen in mir herum. Das alles habe ich erreicht. Ich habe bereits zeitig gemerkt, dass es meist anders kommt, als man denkt, aber ich konnte immer allem etwas Positives abgewinnen. Sicherlich gibt es Leute, die noch mehr verdienen oder mehr von der Welt sehen, aber zu welchem Preis? Wenn ich das bisher erreichte mit dem vergleiche, was man mir vielleicht irgendwann mal zugetraut (oder nicht zugetraut) hat, bin ich äußerst zufrieden. Ich muss neben allem Ehrgeiz auch etwas Zufriedenheit behalten.“

„Ein großes Ziel bleibt aber noch: Irgendwann möchte ich noch promovieren.“

Den Studiengang Umwelttechnik gibt es heute in dieser Form leider nicht mehr. Dafür bietet die Hochschule Mittweida heute artverwandte Studiengänge an:

Isabel Berthold an der Laseranlage | © Martin Erler

Dass die Hochschule Mittweida viele interessante Studiengänge bietet, ist wohl nichts Neues! Doch die Meisten wissen nicht, dass es auch genügend Möglichkeiten gibt, Geld zu verdienen und zeitgleich praktische Erfahrungen zu sammeln – als studentische Hilfskraft oder als Projektmitarbeiter in Teilzeit.

Dieses Angebot überzeugte auch Isabel Berthold ein Studium der „Physikalischen Technik“ aufzunehmen. „Ich wollte von Anfang an gern etwas Technisches studieren, was meine Vorliebe für Naturwissenschaften mit der praktischen und technischen Anwendung verbindet“, erinnert sich die 23-Jährige, „Dabei war es mir sehr wichtig, dass ich während des Studiums bereits viele praktische Erfahrungen sammeln kann.“

Vom Studentenjob zum Projektmitarbeiter

Mit der Aufnahme zum Studium bewarb sich Isabel zeitgleich als studentische Hilfskraft am Laserinstitut der Hochschule Mittweida und wurde prompt angenommen. Der größte Vorteil an diesem Studentenjob war, dass sie gerade in der ersten Zeit viele Eindrücke auf dem Gebiet der Lasertechnik und ihrer Anwendung in der Materialbearbeitung gewinnen konnte. So fiel ihr später die Wahl für die Spezialisierungsrichtung „Lasertechnik“ leichter.

Dieses ist nun vier Jahre her und Isabel ist Mittweida treu geblieben. Mittlerweile befindet sich die Studentin im dritten Mastersemester und hat nichts bereut: „Im Studium der Lasertechnik ist vor allem die gute praktische Ausbildung hervorzuheben. In umfangreichen Praktika lernten wir Lasermaterialbearbeitungsprozesse und Lasermesstechnik kennen und konnten vieles eigenhändig ausprobieren und untersuchen. Durch das Laserinstitut der Hochschule ist dafür ja mehr als genügend technische Ausrüstung vorhanden.“

Die gesamte Ausbildung ist sehr breitbandig angelegt. Neben Grundlagen in Mathematik und Physik stehen auch die Fächer Elektrotechnik, Elektronik, Programmierung, Konstruktion und Werkstofftechnik auf dem Programm. Wem das zu trocken erscheint, kommt in den Praxismodulen auf seine Kosten.

Als studentische Hilfskraft im Laserinstitut beliefen sich ihre Aufgaben anfangs noch auf kleinere Zuarbeiten, wie die Auswertung von Strukturierungsversuchen. Heute bearbeitet sie eigenständig als Teilzeit-Angestellte Forschungsaufgaben des Projekts „Spintronik“. Auch ihre Bachelorarbeit fertigte Isabel am Laserinstitut an und erhielt dabei jederzeit Unterstützung durch ihren Betreuer. Und das scheint laut Isabel kein Ausnahmefall zu sein: „Die Zusammenarbeit hier ist sehr angenehm. Bei einem Problem findet man immer jemanden, der einem mit gutem Rat weiter hilft.“

Meistens lässt sich die Arbeit aber gut einteilen und sogar mit dem Studium vereinen, vor allem wenn es darum geht Praxisarbeiten zu schreiben.

Der Ehrgeiz hat sich ausgezahlt

2012 erhielt sie das „Deutschlandstipendium“. Für ihre Bachelorarbeit wurde sie ein Jahr zuvor mit dem „Mittweidaer Preis für Lasertechnik“ ausgezeichnet, der jedes Jahr für die besten Abschlussarbeiten vergeben wird.

Damit stellt Isabel keineswegs einen Einzelfall dar. Neben ihr arbeiten derzeit eine weitere Studentin als Teilzeit-Angestellte in einem Projekt sowie fünf Studenten als Hilfsassistenten im Institut, einige von ihnen sind ebenfalls für ihre Leistungen ausgezeichnet worden.

Neugierig geworden?

Generell kann sich jeder Student der Physikalischen Technik mit Spezialisierung auf Lasertechnik oder Photonik für eine Stelle am Laserinstitut bewerben. Eine gute Anlaufstelle ist Herr Ebert, der als Projektmanager den nötigen Überblick hat.

Eins sei noch gesagt: Eine solch familiäre Teamatmosphäre und Unterstützung im Studium wird man woanders kaum finden!