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Die Welt ist groß und bietet unendliche Möglichkeiten. Du möchtest ein Semester im Ausland studieren oder ein Praktikum absolvieren? Wir unterstützen dich dabei!

Die Welt ist groß und bietet unendliche Möglichkeiten. Du möchtest ein Semester im Ausland studieren oder ein Praktikum absolvieren? Wir unterstützen dich dabei!

Wieso ein Auslandsaufenthalt?

Neben dem schon angesprochenen Extra auf deinem Lebenslauf, kannst du deine Sprachkenntnisse während eines Auslandaufenthaltes vertiefen. Du sprichst vielleicht ein oder zwei Fremdsprachen, die du in der Schule gelernt hast. Aber würdest du sagen, dass du dich wirklich sicher in der Sprache fühlst und eventuell sogar Verhandlungen führen könntest? Mit einem Auslandsaufenthalt kommst du diesem Ziel näher. Außerdem lernst du die kulturellen Besonderheiten eines Landes und viele neue Leute kennen. Über Traditionen, Musik oder kulinarische Köstlichkeiten zu lesen ist die eine Sache, aber all das zu erleben ist etwas ganz Anderes. Trau dich und begib dich in das große Abenteuer.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Es gibt viele Optionen, wie du deinen Auslandsaufenthalt gestalten kannst. Sehr viele. Beginnen wir mit dem Klassiker: Du kannst ein Auslandssemester absolvieren und an einer Partneruniversität studieren. Den Zeitraum kannst du natürlich auch verlängern – etwa auf ein Jahr. Interessant für Sprachaffine: Es gibt die Möglichkeit, dein im Studium vorgesehenes Praktikum im Ausland zu machen;  statt in fremden Hörsälen zu sitzen kannst du so direkt praktische Erfahrungen sammeln und in der Fremdsprache im beruflichen Kontext interagieren.

Auch der Besuch einer Summer School in den Semesterferien ist möglich. Bei diesen Sommerakademien treffen Studierende aus verschiedenen Ländern aufeinander. Es gibt verschiedene Formate, die sich unter anderem durch den Praxisanteil unterscheiden. Allen gemein ist in der Regel, dass Wissen zu einem spezifischen Thema in kurzer Zeit vermittelt wird. Dabei kannst du Sprachkenntnisse sammeln und neue Länder kennen lernen, ohne gleich ein halbes Jahr weg zu sein. Du kannst eine Summer School auch als Testphase nutzen: Gefällt dir, was du vor Ort siehst, kannst du direkt ein richtiges Auslandssemester planen.

All diese Möglichkeiten hast du sowohl innerhalb Europas als auch weltweit. Dafür haben wir viele Partnerhochschulen – etwa in England, Schottland, Frankreich, Rumänien, Südafrika, auf den Philippinen und in vielen anderen Ländern. Eine Übersicht über die Partnerhochschulen der HSMW findest du bei Cosmo X.

Werden im Ausland erbrachte Leistungen in Mittweida angerechnet?

Die Noten, die du an der Partneruni im Ausland schreibst, kannst du dir meist ohne große Probleme an der HSMW anrechnen lassen. So können die Module eines Semesters auch im Ausland erbracht werden und somit „verlierst“ du auch kein Semester deiner Studienzeit. Wie du dir was anrechnen lässt, besprichst du im Vorfeld unbedingt mit dem Fachverantwortlichen in Mittweida. Keine Sorge: Eine gewisse Nichtübereinstimmung der Fächer ist der Normalfall. Bei Auslandsaufenthalten geht es deshalb darum, ähnliche Fachkenntnisse zu erwerben – nicht dieselben. Und es geht darum, interkulturelle Kompetenzen zu erwerben.

Wie sieht die Finanzierung eines Auslandsaufenthaltes aus?

Zum Glück gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, einen Auslandsaufenthalt während des Studiums zu finanzieren. „Das ist bestimmt zu teuer“ ist zwar eine bequeme Ausrede, entspricht aber zu 0,0 % der Wahrheit. Erste Möäglichkeit: Auslands-BAföG. Vielleicht hast du schon Mal von ERASMUS+ gehört? Dieses ermöglicht ein Austauschsemester, Praktikum oder Sprachkurs im europäischen Ausland. Für Aufenthalte, die nicht mit ERASMUS+ gefördert werden können, gibt es PROMOS. Dieses Programm fördert weltweite Studien- und Forschungsvorhaben, Praktika außerhalb der EU-Länder, Fachsprachkurse und Fachkurse (zum Beispiel Sommerkurse). Ganz schön viel, oder? Deshalb gibt es jemanden, der dir hilft, die richtigen, wichtigen Dinge zu beachten.

Wer hilft bei der Planung?

Neben der passenden Finanzierung ist für einen erfolgreichen Auslandsaufenthalt eine gute Planung die wichtigste Voraussetzung. Unterstützung bekommst du dabei vom Akademischen Auslandsamt. Diese reicht von der Vermittlung der passenden Partneruniversität über das Finden der richtigen Finanzierung bis hin zu Tipps zu Versicherungen und lokalen Besonderheiten. Weitere Informationen zu Auslandsaufenthalten, Partneruniversitäten und nützliche Tipps für Outgoings findest du auf den Seiten des International Office der HSMW.

Arbeit in der Metallographie

Während ihre Klassenkameradinnen ihre Praktika in Apotheken oder Kindergärten machten, stand Pauline ganz „frauenuntypisch“ an Maschinen und durchlief die unterschiedlichsten Abteilungen des Maschinenbaus. „Ich hab mich schon immer für Naturwissenschaften interessiert, aber ich weiß noch nicht genau, ob ich später auch in diese Richtung gehen möchte“, verriet die 15-Jährige.

Daher wollte sie so viele Erfahrungen wie möglich mitnehmen und alles, was möglich ist, im Praktikum ausprobieren. Neben Mess- und Oberflächentechnik stand so auch Fertigungstechnik auf ihrem Plan.

Probieren geht über Studieren

Mikroskopieren

Die Stationen, die Pauline in ihrem Praktikum durchlief, bauten konsequent aufeinander auf. Nachdem sie am ersten Arbeitstag mit Hilfe von CAD- Anwendungen einen Kreisel konstruierte, konnte sie diesen am Folgetag drehen, fräsen und hobeln. Nach dem die Eigenschaften des Werkstoffs durch eine Wärmebehandlung gezielt eingestellt und mit der Härteprüfung und dem Zugversuch überprüft wurden, ging es weiter zum Themenbereich Oberflächentechnik. Dabei schnupperte die Gymnasiastin Vorlesungsluft, als sie mit Studenten im Hörsaal saß. Danach wurde mit Hilfe der Messtechnik nachgewiesen, ob auch alle Maße des Kreisels stimmen. In der zweiten Woche ging Pauline zwei Tage ins Schweißlabor und analysierte in der Metallographie Gefüge. Zum Schluss wartete dann noch das VR-Labor. Was „Virtuelle Realität“ mit Maschinenbau und Fertigungstechnik zu tun hat, konnte sie sich zunächst nicht vorstellen, war aber sehr gespannt, was dort auf sie wartete. Für all diese Erfahrungen nahm die Zwönitzerin jeden Tag den langen Anfahrtsweg von 60 km auf sich und blickt zufrieden zurück.

Frauenmangel in technischen Berufen

Durch die verschiedenen Abteilungen weiß Pauline nun nach den zwei Wochen, was ihr liegt und Spaß macht und was nicht. Beides dürfte sie bei ihrer Berufswahl weiter gebracht haben. Der gesamte Studiengang Maschinenbau ist sehr vielfältig angelegt. Doch ein Blick in die Hörsäle verrät, dass der Studiengang immer noch eine Männerdomäne ist. „Die meisten Frauen gehen mit Vorurteilen an den Maschinenbau ran. Ohne diese Vorurteile würden sich sicher mehr von ihnen begeistern lassen“, begründet Professor Hahn den Frauenmangel, “Auf der einen Seite fehle den Frauen immer noch der Kontakt zur Technik, auf der anderen Seite herrsche der Gedanke Maschinenbau sei eine Arbeit, bei der sich schmutzig gemacht wird. Doch hinter dem Begriff Maschinenbau steckt mehr als das Bauen von Maschinen. Besonders das präzise Arbeiten ist etwas, was Frauen generell sehr liegt.“

Praxis ist die beste Theorie

Paulines Praktikum ist kein Einzelfall. Bei Interesse am Studiengang ist jederzeit ein Praktikum möglich. Die Professoren sind sehr offen für Studieninteressierte und gehen direkt in die Gymnasien, um Schüler zu motivieren. Meistens finden anschließend Praktika in kleinen Gruppen von 3-4 Personen statt. Pauline hingegen war in den zwei Wochen die einzige Praktikantin in der Fakultät. Individuelle Betreuung ist wohl eine der besten Vorrausetzungen zu lernen und nicht jedes Praktikum bietet eine solche Möglichkeit.

Biotechnologie_Gymnasium_Oschatz_05Seit einigen Jahren gibt es an der Hochschule Mittweida für die Schüler des Gymnasiums Mittweida eine regelmäßige Arbeitsgruppe im Bereich Biotechnologie, wo sie aktiv werden können und etwas über Biotechnologie lernen. „Wir hatten uns überlegt, dass wir dieses Konzept noch erweitern können“, sagt Sandra Feik von der Fachgruppe Biotechnologie. Gesagt getan: Über Mitarbeiter René Kretschmer entstand der Kontakt zum Thomas-Mann-Gymnasium Oschatz und das Angebot war sehr willkommen. So zog die Fachgruppe aus, um die praktische Arbeit an Ort und Stelle anzubieten. Übrigens zum ersten Mal außerhalb der Grenzen Mittweidas.

Da das Gymnasium natürlich nicht über ein ausgerüstetes Labor verfügt, musste die Fachgruppe alle Utensilien selbst mitbringen. „Wir hatten verschiedenste Dinge dabei. Das reichte von einfachen Stiften, Kitteln, Pipetten bis zu Bunsenbrennern und Petrischalen, um die Experimente überhaupt durchführen zu können“, sagt Sandra Feik und fügt an: „Wir haben die Schüler in kleine Gruppen eingeteilt, um gezielt auf sie einzugehen und natürlich damit die Experimente auch gelingen.“

Organismen in der Luft

Biotechnologie_Gymnasium_Oschatz_04Untersucht wurden verschiedene Dinge des Alltags. Sandra Feik erklärt: „Wir haben zum Beispiel Mikroorganismen aus der Luft quantifiziert.“ Die durch die Luft schwebenden Mikroorganismen fallen zufällig auf die Pertischalen und beginnen die im Medium enthaltenen Nährstoffe zu verstoffwechseln und zu wachsen. Durch die nachfolgende Untersuchung konnten die Schüler mit eigenen Augen sehen, wie viele der kleinen Lebewesen in unserer Luft leben. In einem ähnlichen Experiment untersuchten die Jungs und Mädels der 11. Klasse, wie viele Keime sich auf den menschlichen Fingern tummeln. Abschließend führten sie einen Vereinzelungsausstrich (aus einer Bakterienmischkultur wurden die Mikroorganismen getrennt) mit anschließender Bakterienidentifikation durch.

Insgesamt kann die Fachgruppe ein positives Fazit ziehen. „Die gesamte Aktion ist sehr gut angekommen. Die Schüler und Lehrer waren begeistert und haben nachgefragt, ob wir im nächsten Jahr wieder vorbeikommen könnten“, sagt Sandra Feik.  „Natürlich kommen wir gern wieder und würden diese Praktika auch an weiteren Gymnasien durchführen.“ Bei Interesse melden Sie sich bei Sandra Feik unter feik@hs-mittweida.de.

 

Erasmus„Erasmus, das Flaggschiff unter den EU-Programmen für allgemeine und berufliche Bildung, ermöglicht jedes Jahr 200.000 Studierenden, im Ausland zu lernen und zu arbeiten“, so schreibt die Europäische Kommission auf ihrer Website. Natürlich steht das Programm auch an der Hochschule Mittweida zur Verfügung. Ansprechpartner in „unserem“ Fall ist das Leonardo-Büro Part Sachen an der TU Dresden. Gleich hier möchte ich hervorheben, dass auf der Website des Büros alle notwendigen Informationen schnell und übersichtlich aufbereitet wurden. Das erleichtert einiges.

Erasmus spaltet sich grundsätzlich in mehrere Bereiche auf. Diese umfassen Auslandssemester und –praktika für Studenten und Graduierte. Heute soll es um die Förderung von Auslandspraktika für Studenten gehen. Grundsätzlich werden solche Berufserfahrungen im Ausland mit 300 bis 400 Euro pro Monat gefördert. Abhängig ist dies davon, ob die Praktikumsstelle den Praktikanten in irgendeiner Weise entlohnt. Ich habe zum Beispiel von meinem Unternehmen 50 Pfund pro Woche für Essen und 135 Pfund für ein Nahverkehr-Monatsticket bekommen. Darum betrug meine Förderung 300 Euro pro Monat.  Das Geld wird in zwei Stufen ausgezahlt. Bei der ersten Überweisung erhält der Praktikant 80 Prozent der Gesamtsumme. Der Rest fließt auf das Konto, wenn das Praktikum erfolgreich abgeschlossen, eine Mindestdauer von drei Monaten nicht unterschritten wurde und die Abschlussunterlagen beim Leonardo Büro eingegangen sind.

Auf der Website des Leonardo-Büros werden  19 Förderbedingungen aufgelistet, die für ein Praktikum eingehalten werden müssen. Es folgt ein kurzer Auszug, der (aus meiner Sicht) wichtigsten Punkte:

  • Es gibt keine Einschränkungen auf bestimmte Studiengänge.
  • Das Praktikum kann in den Bachelor-, Diplom- oder Magisterstudiengängen nach dem Abschluss des 2. Semesters begonnen werden.
  • Die Laufzeit des Praktikums darf nicht unter 3 Monaten und nicht über 12 Monaten liegen.
  • Das Praktikum darf außer bei Urlaubsanspruch nicht unterbrochen werden.
  • Das (reine) Praktikum muss als Vollzeitpraktikum durchgeführt werden.

Neben der grundsätzlichen Förderung kann und wird euch das Leonardo-Büro aber auch bei der Suche nach einer Praktikumsstelle unterstützen. Sobald ihr euch für die Förderung beworben habt, können euch die Mitarbeiter des Büros eine Liste mit möglichen Praktikumsstellen und Kontakten übermitteln. Diese Liste besteht aus Unternehmen, die schon einmal einen Praktikanten aus Sachsen aufgenommen haben. Dort könnt ihr euch dann eigenständig bewerben. Somit stehen eure Chancen schon von Beginn an besser und es ist einfacher eine geeignete Praktikumsstelle zu finden. Auch ich habe meine Stelle durch diese Hilfestellung gefunden und habe es an keinem Tag bereut. Also: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Es gibt viele Klischees über die Briten. Sie trinken ständig Tee. Sie essen ausschließlich Fish & Chips. Sie mögen die Deutschen nicht. Wenn man dann jedoch in UK lebt, zeigt sich ein ganz anderes Bild. In vielen Gesprächen mit Einheimischen durfte ich mir lobende und anerkennende Worte über Deutschland, die deutsche Kultur und die Menschen anhören.  Manchmal ging es um die freundliche Art der Deutschen, manchmal um deutsche Politik oder um die guten Biermarken der BRD.

Im Gegenzug sind die Briten jedoch auch mächtig stolz auf ihr „Kingdom“. Meine englische Chefin zum Beispiel freute sich sehr über die Siege des schottischen Tennisspieler Andy Murray bei den Olympischen Spielen und beim Grand Slam in New York. Auch war sie begeistert  vom Erfolg des europäischen Golfteams beim Ryders Cup und verfolgte das Finale sogar mitten in der Nacht. Sie meinte es sei toll, dass die Briten (und die Europäer) endlich wieder etwas im Sport erreichen. Genauso sah man rund um den Remeberance Day (11. November) viele Menschen auf den Straßen, die ihre Verbundenheit zu „ihren“ Streitkräften mit roten Papierblumen am Revers, den sogenannten Poppy’s, ausdrücken. Am Tag selbst gab es eine große Militärparade auf der White Hall (Strasse), um den Opfern der Weltkriege zu gedenken und die aktuellen Truppen zu unterstützen.

Ein paar Klischees sind natürlich auch wahr. Zum Beispiel, dass die Inselbewohner sehr höflich miteinander umgehen. Auf den Straßen der britischen Hauptstadt zum Beispiel, wird wohl kein Satz öfter gesprochen als „Excuse me!“, dicht gefolgt von einem einfachen „Sorry!“. Eine Bekannte fasst es mal mit den Worten zusammen: „Das ist ganz anders als Berlin. Hier kannst du jemanden anrempeln und er entschuldigt sich noch bei dir.“ Das entspannt den Alltag natürlich erheblich und es hilft selbst gute Laune an den Tag zu legen. Auch stellen sich die Briten brav in Schlangen an, um Tickets, Fish&Chips und Chicken Wings zu bestellen.

Streichelzoo und Banken-Tower

ChanaryWharf

Chanary Wharf

London an sich ist natürlich eine großartige Erfahrung. Ständig gibt es neue Orte zu entdecken. Zum Beispiel „Little Venice“ – ein kleine Gegend in Maida Hill, die mit Kanälen, Booten und Schiffsrestaurants stark an die norditalienische Metropole erinnert. Interessant ist ebenfalls das Gebiet um Canary Wharf, denn dort stehen die Elfenbeintürme der größten englischen Banken. City, Barclay’s, HSBC und wie sie alle heißen sind dort stationiert. Ich hatte das Gefühl, dass ich um den halben Erdball gebeamt  wurde und mich in den Häuserschluchten von New York befinde. (Das ist soweit von hier entfernt, das Google Maps nicht mal eine Route berechnen kann.) Am Wochenende kann man sich jedoch alles in Ruhe ansehen, denn dann ist die Gegend schlicht ausgestorben. Lustig: In Sichtweite der Banken-Tower befindet sich ein kleiner Park in dem ein Streichelzoo junge Familie zu entspannten Sonntagsausflug einlädt.

 

RoyalExchange

Royal Exchange

London schafft außerdem eine tolle Verbindung zwischen dem Altertum und der Moderne. Zum einen hat man die wunderschönen Gebäude des Mittelalters mit ihren Kathedralen und beeindruckenden Regierungsgebäuden, zum anderen ambitionierte Neubauten wie die umweltfreundliche 30st Mary Axe und den zweithöchsten Wolkenkratzer Europas „The Shard“. Hier kann man die Geschichte der Menschheit quasi spüren und sehen wie eine Stadt organische wächst und sich im Laufe der Jahrhunderte verändert. Um es mit den Worten meiner Chefin zu sagen: „It’s just amazing.“

Durch all diese Faktoren war und ist London eine tolle Erfahrung. Mein Verständnis für andere Menschen und Kulturen hat sich definitiv verbessert, genauso wie meine Englischkenntnisse.  Ich bin froh, dass ich den Schritt gewagt habe und kann ein Auslandspraktikum nur wärmstens empfehlen.

Spruch des Tages: “By seeing London, I have seen as much of life as the world can show.”-  Samuel Johnson

Seit dem zweiten Semester begleiteten mich regelmäßig die Praktika mit der Biotechnologie. Nach anfänglichen Berührungsängsten, war das Praktikum das Highlight und alle zwei Wochen eine willkommene Abwechslung. Ich kann mich noch gut an eines meiner ersten Praktika erinnern, als wir mit Hilfe von Hefen Alkohol hergestellt haben. Die kleinen Hefen wurden in Calciumalginat eingeschlossen (immobilisiert) und sahen mit etwas Fantasie aus wie kleine Planeten, die in einem Zuckerwasser-Universum ihre Bahnen kreisten. Jede Hefe, die aus der Hülle heraus knospte, war wie ein Astronaut der sich auf den Weg ins weite Universum machte.

Durch etwas Vorbereitung, konnten während des Praktikums Fragen gewinnbringend diskutiert werden und stärkten somit den Teamgeist, nicht nur zwischen Kommilitonen, sondern auch zwischen den Lehrkräften und unserer Praktikumsgruppe. Gut fand ich auch, dass die Praktikumsgruppen immer selber bestimmt werden konnten, getreu dem Motto “Never change a running system”. Im Praktikum misslungene Versuche durften wir in unserer Freizeit freiwillig wiederholen und auch mit eigenen interessanten Experimenten waren wir immer willkommen. Unsere Praktikumsgruppe hat zum Beispiel die Wasseranalyse eines kleinen Sees in unserer Nähe (Torfgrube) durchgeführt und für unsere Bergfestspiele den pH-Wert von Säften oder anderen Getränken neutralisiert, sodass lustige Geschmacksrichtungen entstanden sind und die ursprünglichen Getränke nur sehr schwer zu erraten waren.

Doch es waren nicht nur die Praktika in denen wir viel gelernt haben, es ist auch das Engagement von unseren Lehrkräften Frau Feik und Herrn Kretschmer, welches ich in naher Zukunft vermissen werde. So ist es gelungen, die eigenen Stärken zu finden und an entdeckten Schwächen zu arbeiten. Zudem teilen Sie auch gerne Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen um optimale Fortschritte erreichen zu können. Ich gehe also mit einem lachenden Auge aus der tollen Praktikumszeit, da maximale Produktivität und Wissen mich sehr gut auf die Zukunft vorbereitet haben, aber auch mit einem weinenden Auge, weil ich das Gefühl habe ein Teil meiner Familie verlassen zu müssen.

Möglichkeiten gibt es wie Sand am Meer, also in welche Richtung soll es gehen? Für mich ganz wichtig: In welchen Teil der  Welt soll es gehen? Bei der Suche nach Praktikumsorten und -firmen fand ich große Unterstützung von Professoren der Fakultät Wirtschaftswissenschaften und dem Akademischen Auslandsamt der Hochschule Mittweida. Es standen nun verschiedene Länder und Unternehmen zur Auswahl, aber welches sollte es werden? Unter anderem stand auch Indien zur Wahl und ich dachte mir, warum eigentlich nicht? Von Indienurlaubern habe ich viel gehört und Bilder gesehen, aber wie ist es in einer so fremden und anderen Kultur wirklich zu leben und zu arbeiten? Die Entscheidung war also gefällt, es geht nach Indien.

Zunächst machte ich aber noch zwei Wochen Urlaub im winterlichen Minsk, in Weißrussland, bevor ich nach rund vierzehn Stunden Flug und einmal Umsteigen in London am internationalen Flughafen in Bengaluru (Indien) landen sollte. Der erste Schock ließ nicht lange auf sich warten: Nach -25°C in Minsk waren es in Indien plötzlich feucht-warme 35°C. Der Schock war überwunden, also ging es mit dem Taxi erst einmal ins Hotel, zum Glück klimatisiert.

Das Praktikum

Nach erfolgreicher Bewerbung trat ich nun im März 2012 mein Praktikum als  „Executive Assistant to the Managing Director“ beim TÜV Rheinland (India) Pvt. Ltd. an. Noch träumend von einer Einarbeitungsphase wurde ich hier sofort in das kalte Wasser des indischen Geschäftsalltages geschmissen und musste sofort in den täglichen Geschäftsabläufen eines internationalen und weltweit vernetzten Unternehmens mitwirken. Das Aufgabenfeld reichte von Mitbewerber- und Kundenanalysen, Terminplanung und Koordination des Top-Managements bis zum Projektmanagement. Dazu kam auch noch die Kommunikation und Koordination mit dem deutschen Mutterunternehmen, denn ich war der einzige nichtindische Mitarbeiter außer dem Geschäftsführer.

Nach einiger Zeit und überwundenen Hürden wurde der Geschäftsalltag zur Normalität und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wuchs von Tag zu Tag. Dabei half auch das große Vertrauen seitens der Geschäftsführung in mich und die große Verantwortung, die ich teilweise tragen musste. So mussten Messeauftritte und Kongresse geplant, organisiert und durchgeführt werden, ohne dass ich dabei an die Hand genommen wurde.

Durch die Vielfalt an Aufgaben und die Vielschichtigkeit der selbigen bekam ich einen tiefen Einblick in das Unternehmen und konnte das an der Hochschule erlangte Wissen endlich auch in der Praxis anwenden. Gerade durch das Verlassen gewohnter Wege und Denkweisen ist es möglich, neue Herangehensweisen zu erlernen und sich selbst positiv weiter zu entwickeln. Auch die kulturellen Unterschiede spielen dabei eine maßgebliche Rolle.

Der Alltag

Obwohl mein Englisch fließend ist, war die Kommunikation mit den indischen Mitarbeitern und das Leben unter Indern nicht immer einfach. Schnell musste ich lernen, dass Englisch nicht gleich Englisch ist. Aber mit Händen, Füßen und Mimik konnte ich mich dann doch ganz gut verständlich machen. Nicht nur die Sprache und das Verständnis von Worten und Redewendung waren vollkommen verschieden, auch das Verhalten ist von Grund auf anders.

Filme, Fernsehen und Berichte vieler Indienreisenden vermitteln das typische Bild des lieben und hilfsbereiten Inders. Dieses Bild trifft auch oft zu, vor allem bei den Ärmsten der Armen. Diese Menschen, die eigentlich nichts haben, erfreuen sich an den einfachsten Dingen des Lebens. Die Kinder spielen mit sich und dem was sie finden. Sie kennen keinen Gameboy, Play Station oder ähnliches und vermissen es auch nicht. Noch nie habe ich so fröhliche Kinder getroffen, wie in den Slums in Bengaluru. Auch wenn man irgendwie mit den Familien ins Gespräch kommt, wird einem so viel Freundlichkeit und Nähe entgegengebracht, wie ich sie selten erlebt habe. Soweit stimmt dieses Bild also. Lebt man jedoch in diesem Land und besucht es nicht nur, bekommt man einen etwas facettenreicheren Eindruck der Kultur und der Gebräuche. So ist das Rickshaw (auch bekannt als Tuk Tuk) fahren immer wieder ein Erlebnis: Weiß der Fahrer den Weg, versteht er wirklich was du von ihm willst oder tut er nur so? Auch wenn der Weg beziehungsweise das Ziel bekannt ist, heißt das noch lange nicht, dass der Preis fair oder am Ziel noch der selbe ist, wie er zu Beginn der Fahrt vereinbart wurde. Immer wieder findet man sich im Streit und scheinbar unendlich werdenden Diskussionen mit den Rickshaw-Fahrern, dem Gemüsehändler, dem Handwerker oder jedem, mit dem man Geschäfte machen muss oder will, wieder.

Am  Anfang  macht  das Handeln und Feilschen noch Spaß, obwohl man zu Beginn immer mehr als der Einheimische zahlt. Nach einer Weile wird es aber immer einfacher und man kann die Preise besser einschätzen.

Offiziell gibt es weder Kasten noch Unterschiede auf Grund der Herkunft oder der Hautfarbe. Im täglichen Leben trifft man jedoch immer wieder auf diese. Schilder weisen auf die getrennte Behandlung und unterschiedlichen Preise für Inder und Ausländer hin. Diese sind teils sehr deutlich, so beträgt der Eintritt ins Taj Mahal für einen Inder INR 20 (ca. 0,30€) und für einen Ausländer INR 750 (ca. 11,00€).

Auch auf der Straße fällt schnell auf, welche Inder vermögend und welche es ganz und gar nicht sind. Die Oberschicht Indiens orientiert sich stark an westlicher Mode und die Blackberrys und iPhones sind allgegenwärtig. Auch der eigene Fahrer und natürlich Angestellte für so ziemlich alles im Leben gehören dazu. Jede Arbeit ist in mehrere Einzelarbeiten aufgeteilt und wird von so vielen Menschen wie nur möglich erledigt. Am Anfang ist es ein sehr seltsames Gefühl von einem Fahrer herum gefahren zu werden oder sich den Tee aus der Teeküche bringen zu lassen. Aber mit der Zeit wird auch das normal.

Das Verhältnis zur Natur und der eigenen Umwelt ist in Indien sehr schwierig. Zwar hat Indien eine wundervolle Flora und Fauna, doch gehen die Inder nicht besonders rücksichtsvoll damit um. Tiere werden oft als lästig betrachtet und an erster Stelle steht die schnelle und einfache Entsorgung von Müll, also entweder fallen lassen, wo man gerade steht oder sitzt, oder in den nächsten Fluss werfen.

Nicht immer einfach, aber immer interessant und fordernd, das ist das Leben in Indien.

 

In meinem Matrikel habe ich ein paar Eindrücke gesammelt, die KommilitonenInnen während ihres Praktikums in verschiedenen Arbeitsfeldern gemacht haben. Damit möchte ich aufzeigen, wie breit das Feld ist, in dem SozialarbeiterInnen tätig werden können.

Kate: „Ich habe mein Praktikum beim SpDi (Sozialpsychiatrischer Dienst) in Döbeln gemacht. Das ist eine Anlaufstelle für Menschen in Krisen oder mit psychischen Problemen. Sie können sich dort über Hilfen informieren und auch unterstützend in ihrem Alltag begleitet werden. Während der Beratung kommt hauptsächlich die klientenzentrierte Gesprächsführung nach Carl Rogers zum Tragen, da es im Umgang mit den Klienten vor allem auf Empathie, Wertschätzung, Kongruenz, Echtheit, Offenheit und Ehrlichkeit ankommt. Wichtig dabei ist, dass der Betroffene im Mittelpunkt steht.“

Christina: „Ich war in der Suchtberatung der Diakonie Döbeln. Zu meinen Aufgaben gehörten Hospitationsgespräche bei den SozialarbeiterInnen sowie unter Anleitung und Begleitung eigene Beratungsgespräche. Ich durfte außerdem  mit den KlientInnen Anträge auf medizinische Reha stellen, d. h. Anträge zur stationären Entwöhnung (Alkohol und/oder Drogen). Es fanden regelmäßig Reflexionsgespräche über meine selbst geführten Beratungsgespräche statt und natürlich auch über Probleme. Zudem konnte ich auch in alle anderen Beratungsdienste der Diakonie Döbeln hineinschnuppern.“

 

Ulrike: „Ich habe mein Praktikum in Dresden gemacht, bei der mobilen und aufsuchenden Jugend(sozial)arbeit. Dabei habe ich einen Einblick in die Methodiken des Arbeitsfeldes bekommen. Dazu zählen Streetwork, also die aufsuchende Arbeit von jungen Menschen an ihren Treffpunkten, Einzel(fall)hilfe, dass geht von Gesprächen, bis hin zur Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen, Gruppenarbeit, hier geht es um die Arbeit mit Jugendgruppen, Gemeinwesenarbeit, z. B. das Engagement an Stadtteilaktionen sowie Öffentlichkeitsarbeit. Das Arbeitsfeld ist sehr spannend und flexibel, dass beginnt schon bei den Arbeitszeiten.“

Tabea: „Ich habe mein Praktikum im Sozialdienst der Bundeswehr gemacht, ein eher unbekannter Bereich innerhalb der Sozialen Arbeit. Im weitesten Sinne kann dieser mit betrieblicher Sozialarbeit verglichen werden, wenn auch mit bundeswehrspezifischen Besonderheiten. Das Tätigkeitsfeld ist sehr umfassend und beinhaltet vor allem folgende Tätigkeiten: Beratung im Kontext des dienstlichen Alltags, Konflikte am Arbeitsplatz und Versetzungszusammenhänge, Beratung zu persönlichen, psychosozialen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten, familiären Konflikten, krankheitsbedingten Fragen und überdies Vor- und Nachbereitung sowie Begleitung besonderer Auslandseinsätze der Bundeswehr. Ein außergewöhnliches und zugleich spannendes Arbeitsfeld.“

Katalin: „Ich war während des Praktikums in einem Seniorenheim bei einem Sozialarbeiter des Hauses tätig. Alle Aufgaben des Sozialarbeiters habe ich auch übernommen. Ich ging  zudem eigenen Fragestellungen nach, die mich in diesem Bereich interessiert haben. Zu den Aufgaben gehörte es, für die älteren Menschen und deren Angehörige als AnsprechpartnerIn bei Problemen zur Verfügung zu stehen und sie zu beraten. Außerdem war ich für die Gestaltung des sozialen Betreuungsangebotes zuständig, begleitete bei Heimaufnahmen, stellte Anträge für Sozialleistungen und Betreuungen. Des Weiteren wacht die Soziale Arbeit im Feld über die Umsetzung der Pflegestandards und des Qualitätsmanagements.“