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Bachelor der Woche: Media and Acoustical EngineeringHeimliche Helden

Wie entsteht ein neues Album bevor es in den Regalen der Musikfachhändler zu finden ist? Vom Komponieren und Schreiben der Songtexte mal abgesehen, ist dafür auch eine Menge technisches Know-how notwendig. Ohne Toningenieur und Studiotechniker kommt kein Ton auf die fertige CD. Auch bei Konzerten sind sie die heimlichen Helden: Bühnentechniker und Tonmeister arbeiten ungesehen von den Fans, sind aber für perfekten Sound mindestens ebenso wichtig wie die Stars des Abends.

Der perfekte Sound spielt aber nicht nur in der Musik eine wichtige Rolle. Räume und Gebäude für Veranstaltungen müssen akustisch geplant werden und auch der Klang von Motoren oder Autotüren entsteht nicht zufällig und konstruktionsbedingt. Damit eine Harley wie eine echte Harley klingt, arbeiten Ingenieure am perfekten Sounddesign. Diesen einzigartigen Klang hat sich Harley Davidson sogar patentieren lassen.

Auch in der Welt des Drucks geht es aktuell hoch her und dabei geht es lange nicht mehr nur um Zeitungen und Bücher. Dreidimensional werden Prototypen von CAD-Modellen in der Automobilindustrie schnell und günstig ausgedruckt. Aktive Strukturen wie Transistoren können heute mittels Tintenstrahldrucker aufgebracht werden. So entstehen zum Beispiel Tastaturen auf Folie.

Die dritte Dimension gewinnt auch in Kino und Fernsehen immer mehr an Bedeutung. Von HD über 3D HbbTV bis hin zum interaktiven Fernsehen über Internet, die Entwicklung mit immer neuen Möglichkeiten schreitet rasant voran und ein Ende ist nicht in Sicht.

Die Zeit der Generalisten ist vorbei

Für all diese Bereiche werden technische Spezialisten gebraucht und gesucht. „Die Zeit der Generalisten ist in der Technik vorbei, das hören wir immer wieder von Unternehmen in der Audio-Branche“, so Prof. Dr.-Ing. Michael Hösel, Dekan der Fakultät Medien. „Wir haben den Studiengang Media and Acoustical Engineering entwickelt, um diesem Bedarf nach Spezialisten mit unserer Ausbildung gerecht zu werden. Aus diesem Grund finden sich im Grundstudium viele naturwissenschaftliche und technische Grundlagenfächer wie Mathematik, Elektrotechnik und Elektronik.“

Im Verlauf des Studiums können die Studenten dann eine von vier Vertiefungsrichtungen Video/Bild, Akustik, Audio und Druck wählen.

Im Fernsehstudio der Hochschule Mittweida

Im Fernsehstudio der Hochschule Mittweida

Video/Bild

Bei dieser Vertiefung dreht sich alles um das Bewegtbild. Die Studenten erlernen die Grundlagen, Tricks und Kniffe einer professionellen Fernsehproduktion, können am Ende ihres Studiums eine Kamera fehlerfrei bedienen und wissen, wie sie das aufgezeichnete Material im Schnitt und der Postproduktion aufbereitet und an den Mann oder die Frau bringen.

Akustik

Wer Blut geleckt hat, als wir über den Sound einer Harley geschrieben haben, der ist in der Vertiefung Akustik genau an der richtigen Stelle. Neben den Grundlagen des technischen Schallschutzes und der ausgeklügelten Raumakustik geht es hier auch um das Thema Geräuschdesign. Vielleicht landet ein Student aus Mittweida in naher Zukunft auch bei der Kultmarke aus Milwaukee.

Im Studio von 99drei Radio Mittweida

Im Studio von 99drei Radio Mittweida

Audio

Um den perfekten Sound geht es auch in der Vertiefungsrichtung Audio. Jedoch stehen anders als bei der Akustik nicht die Klänge des Alltags im Mittelpunkt, sondern der Sound für Musikliebhaber und Konzertjunkies. Innerhalb des Studiums dreht sich alles um die Beschallungstechnik. Ob fette Großbeschallungsanlagen, die feine Tonstudioarbeit oder die Konzipierung von Musikanlangen– hier schlägt das Musikerherz höher.

Druck

Farben und Grafiken sind deine Welt? Dann bist du in der Vertiefung Druck genau richtig. Die Studenten lernen wie sie richtig mit Bildbearbeitungsprogrammen umgehen müssen, wie Grafiken professionell erstellt werden und im Verlauf könnt ihr euch natürlich in der hochschuleigenen Druckerei ausprobieren.

Viel Praxis und das modernste Medienzentrum Deutschlands

Campusfestival 2012 | © Michael Herzberg

Campusfestival 2012 | © Michael Herzberg

Begleitend werden außerdem nichttechnische Grundlagen wie Projektmanagement, Medienrecht und Gründungsmanagement gelehrt. Aber auch an Praxisphasen wird es nicht fehlen: „In Projekten wie der Organisation des Mittweidaer Campusfestivals, dem Medienforum, Hochschultheater, 99drei Radio Mittweida oder der Novum gibt es unzählige Möglichkeiten das erlernte Wissen praktisch anzuwenden und seine eigenen Fähigkeiten zu erweitern. Dabei übernehmen die Studenten Verantwortung und werden von den Dozenten unterstützt. Hier ist vor allem Teamgeist gefragt!“ erklärt Philipp Neumayer, Studienberater der Fakultät Medien.

Ein ausgeprägtes naturwissenschaftliches und technisches Interesse hält Prof. Hösel für die beste Voraussetzung, um nach sieben Semestern von der Hochschule Mittweida den ersehnten Abschluss Bachelor of Engineering zu erhalten. Die Auswahl der Bewerber für den auf 35 Plätze begrenzten Studiengang erfolgt vorrangig über eine Eigenpräsentation, aber auch Vorerfahrung oder eine Berufsausbildung wirken sich positiv auf die Bewerbung aus. Dann bekommt ihr die Chance im modernsten Medienzentrum Deutschlands zu studieren.

2013_Schuelerbesuch_Frankenberg_Medien

Frankenberger Schüler zu Besuch im Sendestudio von 99drei Radio Mittweida

Am vergangenen Freitag besuchten 27 Schüler der  achten Klasse des Martin Luther Gymnasium Frankenberg unsere Fakultät Medien. Studienberater Philipp Neumayer führte die Jugendlichen über den Campus. Der Tag begann am Übertragungswagen, danach erklärte Neumayer seinen interessierten Hörern das Tonstudio. Das Highlight des Tages folgte mit einer echten Radio-Live-Übertragung  aus dem Studio von 99drei Radio Mittweida. Den Abschluss bildete eine ausführliche Führung durch das Fernsehstudio der Fakultät.

„Es ist schön, dass die Hochschule sich bereit erklärt hat, uns einen Tag lang herumzuführen. Vor allem für die Leistungskurs- und Berufsorientierung ist das eine tolle Gelegenheit.“ meint Klassenlehrerin Sabine Dunkel. Der Informationstag war Teil der Aktion „Schau rein! Woche der offenen Unternehmen Sachsen“ des Freistaats und der sächsischen Agenturen für Arbeit. Auch der Kontakt zwischen Gymnasium und Hochschule kam über den Berufsberater der Agentur für Arbeit in Hainichen, Matthias Weinhold, zustande.  „Leider wollten die Medienunternehmen unserer Umgebung keine Besucher, daher ist es umso besser, dass die Hochschule sich bereit erklärt hat.“ äußert sich Weinhold zufrieden.

Wollt ihr auch mal Hochschulluft schnuppern, dann schreibt uns in den Kommentaren oder an unsere Studienberaterin Frances Gritz unter studienberatung@hs-mittweida.de.

IT-Helden

IT-Helden

Wir alle kennen sie, die prominenten Persönlichkeiten wie die Klitschko-Brüder, Nazan Eckes oder Heidi Klum. Doch was hat Heidi Klum mit der Fruchtgummi-Marke Katjes zu tun? Warum kämpfen die Klitschko-Brüder um das WARSTEINER alkoholfrei und warum ist Pantene Pro-V für Nazans Haar so gut, gibt es kein anderes Shampoo?

Damit die Werbebotschaft von beispielsweise Pantene Pro-V nicht untergeht, setzen die Werbestrategen erhöhte Reize ein. Das Testimonial Nazan Eckes personalisiert das Produkt und zieht die Aufmerksamkeit automatisch auf sich. Sie ist glaubwürdig, sympathisch, autoritär und seriös. Das reduziert unsere Unsicherheiten gegenüber den Produkteigenschaften und erzeugt Vertrauen. In nur kurzer Zeit überträgt sich das Image des Testimonials auf das beworbene Produkt. Ein Unternehmen kann damit viel Zeit und Geld sparen, denn ein aufwendiger Imageaufbau ist nicht mehr nötig.

Testimonials werben für Produkte. Sie bezeugen ihre Zufriedenheit oder geben ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Produkt wieder. Dass das Testimonial Prominenz besitzt, ist nicht zwangsläufig notwendig und auch nicht immer von Vorteil. Das positive Image eines Promis kann sich von heute auf morgen ändern. Eine Katastrophe für das Unternehmen, denn auch die negativen Eigenschaften werden auf das Produkt übertragen. Als Testimonials können auch Experten, Alltagspersonen und fiktive Figuren, wie die Milch und die Schokolade aus der Werbung für Kinderschokolade, dienen.

Erschaffung eines Testimonials

Erschaffung eines Testimonials

Auch in den crossmedialen Kampagnen unserer Medienstudenten finden wir Testimonials. Ein Beispiel sind die IT-Helden der Kampagne für das Start-up-Unternehmen BASELABS aus Chemnitz. BASELABS entwickelt Fahrerassistenzsysteme mit einer komplexen und etwas komplizierten Produktkette. Ziel der Kampagne ist es, Bewerber für das Unternehmen zu begeistern. Da das Produkt nicht sofort greifbar ist, soll ein Testimonial die Distanz mindern und das Unternehmen emotionalisieren.

Präsentation der Kampagne

Präsentation der Kampagne

Fahrerassistenzsysteme tragen dazu bei Autofahren sicherer zu machen, sie können Unfälle verhindern und Leben retten. Für die Studenten im Projekt sind die Entwickler solcher Systeme Lebensretter und damit Helden. Diese Helden werden oft nicht als solche wahrgenommen – der perfekte Aufhänger für die crossmediale Kampagne. Also entwarfen die Studenten den IT-Helden als Testimonial für BASELABS. Zur Abschlusspräsentation am 17. Januar wurde die Kampagne vorgestellt und wurde ein voller Erfolg für das Team.

Von einer Umstrukturierung des Veranstaltungskonzeptes über eine Videoserie mit Storyline bis hin zu einer Kooperation mit Red Bull. Das Crossmedia-Team der „Dresden Titans“ hat sich einiges einfallen lassen, um die Präsenz des Vereins innerhalb sowie außerhalb der Grenzen der sächsischen Landeshauptstadt zu verstärken. Aus einer Grundsatzüberlegung über die Struktur der Kampagne entstanden maßgebliche Verbindungen zwischen dem Verein und öffentlichen Einrichtungen.

So wurde beispielsweise ein kompletter Hörsaal der Technischen Universität Dresden gefüllt, um einen Werbespot mit einem Spieler der „Dresden Titans“ zu drehen. Unterstützung holte sich das Team mit dem Unternehmen Red Bull, welches eigens für diese Veranstaltung ausreichend Getränke zur Verfügung stellte, und den Titans selbst. Dadurch konnten die Studenten vor der TU Dresden mit den Stars der Titans Basketball spielen und einen Einblick in die Qualität dieser Mannschaft gewinnen. Denn die Geschichte der „Dresden Titans“ begann vor knapp sieben Jahren mit der Gründung und wurde von einer dauerhaften Erfolgsserie begleitet. In beinahe jedem Jahr ist die Mannschaft um eine Spielklasse aufgestiegen. Eine sportliche Erfolgsgeschichte, die Dresden bisher kaum kannte.

Seit der Arbeitsaufnahme des Crossmedia-Teams hat sich das geändert. Die „Dresden Titans“ bekamen durch die Medienstudenten aus Mittweida ein eigenes Sound-Logo, eine Werbespot-Reihe mit der Identifikation zu Verein und Sponsoren, ein neues Leitmotiv, das bereits in den ersten Werbeartikeln weitergeführt wurde und viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit als auch in der Presse.

Das Medienecho war unerwartet groß. Mehrere Campus-Zeitungen, die Sächsische Zeitung und die Bild sind ständige Begleiter der Kampagne. Nicht zuletzt auch dadurch, dass unter anderem mit der gesamten Mannschaft ein Flashmob im Elbepark Dresden stattfand. Mehr als einhundert Menschen jubelten hierbei einem Mann zu, der einen herrenlosen Basketball in den dafür platzierten Basketballkorb warf.

Für einen besonderen Höhepunkt sorgten die Medienstudenten der Hochschule Mittweida, indem sie für ihre Kommilitonen einen Ausflug in das neue sächsische Basketball-Mekka organisierten. Auf dem Programm stand ein Halt auf dem Dresdener Striezelmarkt, anschließend ging es zum Finalspiel der Hinrunde zwischen den Dresden Titans und den Fraport Skyliners Juniors. Jedoch war dies keinesfalls ein Tag zum Ausruhen für das Crossmedia-Team. Es handelte sich gleichermaßen um die Generalprobe für das neue Veranstaltungskonzept der Medienstudenten.

Der 100:88-Sieg der Dresden Titans wurde somit an diesem Tag von einer Live-Berichterstattung auf der Hallenleinwand, eines neuen Akustik-Konzeptes in der Halle und einer neuen Form der Unterhaltung mit Fanbeteiligung in den Auszeiten begleitet. Viel Arbeit für das Crossmedia-Team: Akustik-Berechnungen, Erstellung von digitalen Masken für die Hallenleinwand, Umrüstung auf neue Technik, zahlreiche Recherchearbeit und vieles mehr musste in Angriff genommen werden. Nachdem diese Generalprobe geglückt war, ging es abschließend mit den Spielern und Besuchern aus Mittweida gemeinsam zur Party ins Kraftwerk Mitte. Ein gelungener Höhepunkt der Kampagne für die Medienstudenten.

Wie weit die vierzehn jungen Medienmacher aus Mittweida mit ihrer Kampagne noch gehen werden, darf zum Ende des Wintersemesters in der abschließenden Präsentation begutachtet werden. Alle bereits fertiggestellten Werbespots sind zudem im Internet zu bestaunen.

 

Endlich haben wir den Paarlauf mit dem Verein gestartet. Was wir jetzt merken – Frau Huhle hat uns nicht nur kalte Füße versprochen, sondern damit auch eine Pirouette an Aktion, Tradition, Eleganz, Kunst und Kreativität. Das alles finden wir wieder, wenn wir uns mit den Köpfen des Vereins treffen, wenn wir Groß und Klein, Jung und Alt auf der Eisfläche beobachten und wenn wir über unsere crossmediale Kampagne philosophieren.

Zusammen mit den Eisläufern ist uns dabei der erste Sprung gelungen: „Zeichne deine Spur!“ ist unser Kampagnen-Claim. Er fordert auf, Teil des Vereins zu werden – als Mitglied oder Unterstützer. Das hinterlässt unweigerlich einen Abdruck. Im Lebenslauf eines Menschen, auf dem Eis und in der erfolgreichen Vereinsgeschichte. Wir möchten an dieser Stelle auf goldenes Edelmetall für beispielsweise Katarina Witt und Aljona Savchenko zusammen mit Robin Szolkowy hinweisen.

Der Verein überzeugt uns. Wir möchten ihn überzeugen. Mit studentischem Ideenreichtum und einem medialen Dreiersprung. In Abstimmung mit den Chemnitzern kümmern wir uns um die Online-Auftritte, um Printprodukte und Bewegtbildproduktionen.

Wir sind gut trainiert – jedenfalls in Sachen Medien. Medientechnik und Medienmanagement sind unsere Disziplinen. Unser Team besteht aus 15 Eislauf-Laien. Sicher sind wir uns allerdings, dass wir im Paarlauf mit dem Chemnitzer Eislauf-Club e.V. selbst vor geworfenen Sprüngen keine Angst haben müssen. Wir fangen uns gegenseitig auf – ob auf dem Eis oder in der Medienlandschaft.

 

Aus einer Auswahl von Unternehmen, kann sich jede Gruppe ihren Partner aussuchen. Gemeinsam wird dann eine crossmediale Kampagne geplant, die am Ende auch präsentiert wird. Unter der Leitung von Professorin Dr. Tamara Huhle arbeiten 150 Medienmanager und Medientechniker seit Juni an ihren Kampagnen. Ob eine neue Website, neue Plakate oder aber Flashmobs, Radio- oder TV-Beiträge, alles gehört dazu. Der Clue: Drei von diesen Kanälen werden tatsächlich umgesetzt! Keine bloße Theorie mehr, sondern das wahre Leben!

Die Studenten stehen richtigen Auftraggebern gegenüber und arbeiten nicht nur für eine gute Benotung. Unter zwölf internen und externen Projektpartnern war die Qual der Wahl nicht leicht. Zur Auswahl standen in diesem Jahr:

  • Haema – Blutspendedienst
  • Schmiede-Innung Chemnitz
  • Chemnitzer Eislaufclub e.V.
  • Hochschulmarketing
  • Medienforum Mittweida
  • Baselabs – entwickelt Fahrerassistenzsysteme
  • Musikschule Dresden
  • Sächsischer Hausärzteverband e.V.
  • Mitteldeutsche Journalistenschule
  • MAVEG – Maschinen-Vertriebs-Gesellschaft mbH
  • Sächsisches Hochschulsportfest
  • Dresden Titans Basketball

In den kommenden Wochen werden wir Euch immer über einzelne Projekte auf dem Laufenden halten. Darunter der Eislaufclub aus Chemnitz, die Dresdner Basketballer und das Start-Up-Unternehmen Baselabs. Natürlich könnt Ihr auch auf Facebook spannende Aktionen der Projekte verfolgen.

Schon jetzt fiebern die Teams ihren Abschlusspräsentationen im Januar entgegen. Die vollständigen Kampagnen werden am 17. und 18. Januar 2013 allen Projektpartnern und Interessenten präsentiert.

Hier ein kleiner Vorgeschmack wie wir versuchen Promis für die Kampagnen zu gewinnen. Viel Spaß!

 

Ich bin Student mit Kind. Das macht das Studieren trotz guter Angebote der Hochschule manchmal zur reinen Logistik: Wann muss ich was abgeben, wo muss ich wie wann da sein, wann muss ich wo meine Tochter abholen, wann übernimmt das meine Frau.

In solchen Situationen ist es gut, dass das „Institut für Qualitätsmanagement, Studienmodelle und Mediengestützte Lehre“ der Fakultät Medien die neuen Techniken und Methoden für das ortsunabhängige Studieren entwickelt und einsetzt. Bei der Eröffnungsveranstaltung der Zusatzausbildung „Local Manager 2.0“, das in diesem Semester bereits zum dritten Mal stattfand, war das ein Gewinn für alle Beteiligten.

Ich sitze also zuhause vor meinem Computer und und logge mich in die Software „Adobe Connect“ ein. Und bin gleich überrascht: Ich sehe Frau Schmalfuß, die Projektleiterin, meine Kommilitonen aus der Fakultät für Medien, die in den Bänken sitzen, und noch einen mir unbekannten Mann, der zuhause vor seiner Webcam sitzt. Nach zehn Minuten ist klar: Das ist einer unserer Dozenten, Herr Andreas Bleicher. Er befindet sich in Berlin vor seinem Laptop, fast 240 Kilometer von Mittweida entfernt. Wir bekommen Zugriff auf seine Desktop-Oberfläche, die er für diese Veranstaltung zusammengestellt hat. Er gibt uns eine Einführung in seinen Modulteil. Die Studenten vor Ort bekommen Herrn Bleicher auf den Beamer durchgestellt. Wer will, kann ihm ganz einfach Fragen stellen, Frau Schmalfuß und ihr Team vermitteln.

Ich chatte also ein wenig und stelle Fragen zur Veranstaltung, während Herr Bleicher spricht. Er spricht von Marketing, als wäre es ein Lebensgefühl. Ich habe das Gefühl, selbst dabei zu sein. Um ehrlich zu sein, habe ich sogar das Gefühl, noch viel mehr Möglichkeiten zu haben als meine Kommilitonen, die ich beobachten kann. Es ist Studieren 2.0, Studieren ohne Ort, aber mit viel mehr Kommunikation. Über die Lernplattform kann ich mir nochmal alle Infos zum Modul, interaktive Übungen und die Aufzeichnung der Veranstaltung anschauen. Und wenn ich meinen Lehrbrief mal verlegen sollte – bekomme ich den dort auch.

Am nächsten Tag hole ich beim Projektteam meinen Lehrbrief ab, den alle Teilnehmer des Moduls erhalten. Ich werde gefragt: „Und, wie fandest du es gestern?“ Und ich antworte nur: „Das war der Wahnsinn.“

Markus Mayr, Absolvent Medienmanagement

Markus Mayr hatte sich von Anfang an seine Ziele für ein Studium gesteckt: „Für mich war klar, dass ich an der HFF München Produktion und Medienwirtschaft studieren möchte. Um mich auf dieses sehr anspruchsvolle Studium vorzubereiten, habe ich mich für ein Erststudium in dieser Richtung entschieden. Der ausschlaggebende Grund für Mittweida war jedoch, dass ich auch praktische Vorerfahrungen sammeln wollte, und die Kombination aus Praxis und Theorie, das Mittweidaer Modell, hat sich hier einfach sehr gut angeboten.“

Diesen Anforderungen ist das Studium in Mittweida gerecht geworden: „Vor allem die praktischen Erfahrungen und der Umgang mit Teams verschiedener Größenordnung waren ein toller Lerneffekt. Im theoretischen Bereich, vor allem in BWL, Urheber- und Arbeitsrecht sowie auch Journalismus und TV-Landschaft, habe ich das Grundwissen erhalten, welches ich mir für mein ‚Zielstudium‘ an der HFF München erhofft habe.“

An sein Studium in Sachsen denkt Markus Mayr gern zurück: „Ich verbinde damit eine schöne Zeit, die mich als Bayer irgendwie auch geprägt hat. Es war für mich eine enorme Umstellung von Großstadt auf Kleinstadt, die ich eigentlich fast nur in den Semesterferien verlassen habe. Natürlich habe ich in Mittweida auch viele Freunde gewonnen und viele Anekdoten und Geschichten erlebt.“

Sein neues Projekt thematisiert die Gewaltausschreitungen in der Münchner U-Bahn

Sein Ziel, den Produzenten-Beruf zu erlernen, hat Markus Mayr nie aus den Augen verloren: „Ich habe neben dem Studium in Mittweida immer wieder bei Filmprojekten in München mitgemacht. Bei Kurzfilmen der HFF München konnte ich als Produktionsleiter oder Erster Aufnahmeleiter mein Wissen aus Mittweida direkt anwenden – sowohl theoretisch als auch im Umgang mit Teammitgliedern. Diese Verbindung zu den Projekten und das abgeschlossene Studium in Mittweida hat mir bei der Aufnahmeprüfung an der HFF sicherlich in die Karten gespielt, da ich zeigen konnte, dass ich unbedingt den Beruf des Produzenten erlernen möchte. Mit dieser Grundlage an Erfahrungen konnte ich bisher sechs Kurzfilme als Produktionsleiter betreuen, drei davon vor meinem Studium an der HFF. Diese Projekte haben mir eine große Sicherheit in den rein organisatorischen und operativen Aufgaben eines Produktionsleiters gegeben, so dass ich mich seit längerem auch auf die eigentlichen Aufgaben eines Produzenten konzentrieren kann: Projektentwicklung, Stoffsuche und -bearbeitung und vor allem Finanzierung von Projekten.“

„Ganz aktuell arbeite ich an dem Kurzfilm ‚last train home‘, der das Thema Gewalt in der U-Bahn als Thriller behandelt. Das ist als Produzent eine ganz andere Aufgabe als ‚nur‘ Produktionsleitung, da hier der Aspekt der inhaltlichen Arbeit und der Finanzierung hinzukommt. Außerdem muss man stets den Gesamtüberblick behalten und immer wieder neue Impulse bringen. Einen Eindruck von diesem Film erhält man unter www.lasttrainhome.de. Die größte Herausforderung ist bei diesem Projekt wirklich die Finanzierung, da wir aufgrund der Personenkonstellation keine Möglichkeiten für reguläre Filmförderung haben. Ein Ansatzpunkt war bei ‚last train home‘ die Finanzierung über Stiftungen und Unternehmen, die dieses Thema wichtig finden und sich auf diese Art für das Thema einsetzen wollen. Außerdem versuchen wir, uns finanziell über Crowdfunding abzusichern, also mit der Finanzierung über viele Menschen, die mit einem kleineren bis größeren Beitrag den Film ermöglichen, weil sie das Projekt, den Ansatz und die Aussage gut finden und uns auf dem weiten Weg zur Leinwand helfen möchten. Wir haben uns für die Crowdfunding-Plattform Startnext entschieden, da ich einen der Gründer, Tino Kreßner, noch aus meiner Zeit in Mittweida kenne.“

„Wer schläft, kann keine Fische fangen.“

Im Bereich Medienmanagement bzw. Produktion einzusteigen, kann Markus Mayr nur empfehlen: „Vor allem ist es etwas für alle jungen Leute, die Lust haben, sich mit voller Energie in ein Projekt zu werfen, und die Mischung aus Teamarbeit, Kreativität, unternehmerischem Denken und Projektarbeit mögen. Ganz wichtig ist: Sehr gerne sehr viel arbeiten, denn das bringt der Beruf des Produzenten und der Weg dahin mit sich.“

Wie die nächsten Monate für ihn aussehen, weiß er ganz genau: „Das erste Ziel ist seit ein paar Monaten ganz klar: Die Finanzierung für ‚last train home‘ schließen und die Dreharbeiten vorbereiten, nach dem Dreh ein paar Tage frei machen und mich dann wieder voll auf mein akademisches Studium an der HFF konzentrieren. Für mich persönlich ist es ein großer Wunsch, im nächsten Jahr ein Austauschsemester in den USA oder Italien bei einer wirklich großen Filmproduktion zu absolvieren. Ein Lebensmotto habe ich dafür nicht wirklich, aber den Spruch ‚Chi dorme non piglia pesci‘ (dt.: Wer schläft, kann keine Fische fangen.) finde ich immer sehr angebracht.“

Wer das Projekt ‚last train home‘ unterstützen möchte, findet dazu alle Informationen auf der Website und auf www.startnext.de/last-train-home. Wir wünschen Markus Mayr und seinem Team dafür alles Gute und viel Erfolg.