Am 05. Juni 2012 begaben wir uns mit dem Auto auf den Weg nach Stolzenburg. Das kleine Dorf gehört zur Gemeinde Schönwalde und liegt unweit von Pasewalk und der deutsch-polnischen Grenze inmitten von Mecklenburg Vorpommern. Schon durch das Erfahren der Strecke erhielten wir einen ersten Eindruck über das Leben der Menschen in der Region. Vereinzelte Dörfer, kleine Häuser, weite Felder, lange Wegstrecken zwischen Ortschaften, kaum ein Geschäft – aus diesen ersten Bildern entwickelten wir Fragen, die wir in den darauffolgenden Experteninterviews stellen konnten.

Mit dem Bürgermeister der Stadt Löcknitz, Herrn Meistring, und dem Leiter der Kita Randow Spatzen, Herrn Lejeune, sprachen wir über die Thematik Bildung und grenznaher Wohnort. Vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf war hier Thema. Auch das deutsch- polnische Verhältnis wurde angesprochen. Hier wurde deutlich, dass die Angebote zur deutsch- polnischen Verständigung eher mit Vorurteilen behaftet sind und ausschließlich von BürgerInnen wahrgenommen werden, welche an Bildung interessiert sind. Dabei ist im Besonderen auf  das deutsch-polnische Gymnasium und die Kindertagesstätte Randow Spatzen zu verweisen. Die medizinische Versorgung, die Arbeitsmarktproblematik und die langen Wegstrecken wurden zudem thematisiert.

Frau Hase besuchte uns in Stolzenburg und berichtete über ein Bildungsprojekt im Landkreis Uecker- Randow. Den Menschen wurden hierbei verschiedene Bildungsangebote gemacht. Die Schwierigkeit bestand in der Kontaktaufnahme und dem Vertrauensaufbau zu den Menschen.

In der Produktionsschule in Rothenklempenow sprachen wir mit Frau Schiebe. Das Konzept bietet viele Angebote für junge Menschen im Bereich der beruflichen Bildung. Durch die Kreisgebietsreform müssen die Jugendlichen täglich weite Strecken zur Produktionsschule zurück legen. Diese werden durch die öffentlichen Verkehrsmittel nicht abgedeckt. Demzufolge versucht der Träger einen Fahrdienst aufrechtzuerhalten, der mit hohen Kosten verbunden ist.

In Pampow besuchten wir ein Wohnheim für suchtbetroffene Menschen. Der Ort selbst ist sehr klein, und die Schwierigkeit lag darin, das Heim überhaupt zu finden. Der Leiter, Herr Köhler, empfing uns und erzählte uns Fakten zur Geschichte des Hauses und zur Konzeption selbst. Der Besuch und das Gespräch stimmten uns alle nachdenklich. Herr Köhler erwähnte die Veränderungsbedürftigkeit des Konzeptes und der Arbeit. Am Nachmittag fuhren wir auf abenteuerlichen Wegen nach Szczecin/ Stettin. Was für ein Kontrastprogramm: Autos, Menschen, Straßenbahnen und noch eine halbe Stunde zuvor ausschließlich Vogelzwitschern, das Rauschen des Windes und sonst nichts.

Nach Hause fuhren wir mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen, gut gewappnet für unsere Belegarbeit. So muss sich Sozialarbeit immer mit den Problemen/ Schwierigkeiten/ Gegebenheiten in einer bestimmten Region auseinandersetzen, Bedarfe erkennen und mit verschiedenen Akteuren und den Menschen vor Ort arbeiten, um gemeinsam Lösungen zu schaffen.

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